Wardhouse – Ruhende Burg mit einem echten Burggraben

Wenn man an eine alte schottische Burg oder ein altes Schloss denkt, so erscheint vor dem inneren Auge ein aus Stein gefertigtes Gebäude mit einem Burggraben außen herum. Wardhouse weist genau dies alles auf. Der Wassergraben der Burg ist 60 Meter breit und ist mit einem schützenden Wall ergänzt.

 

Wardhouse castle,
Die Wardhouse Burg diente im 13. Jahrhundert dem Sir Bartholomew als Wohnsitz. Er entstammte dem Geschlecht der Fleming und trug in dieser Zeit den Beinamen Weredors. Die Burg war lange bewohnt, doch wurde sie aus nicht geklärten Umständen verlassen. 1790 bereits, laut Aufzeichnungen, befand sich die einstige Prachtburg in einem ruinösen Zustand. Damals zeigte die Burg ein sehr düsteres Erscheinungsbild. Die breiten Mauern, welche zugleich auch sehr hoch gebaut waren, mit wenigen Schlitzen, welche als Fenster dienten, waren nicht gerade einen Traumvorstellung von einem liebevoll gestalteten Schloss. Zu seinen bewohnten Zeiten befand sich eine starke Zugbrücke am Eingang der Burg. Das Hauptgebäude war am unteren Teil gewölbt, so dass man erst unter dem Gebäude durch fuhr, um in den Innenhof zu gelangen. Eines der Nebenhäuser lag dann schließlich im 18. Jahrhundert in Ruinenform vor. Diese Ruinenteile der Gebäude wurden dann 1842 schließlich abgerissen und entfernt. Jedoch gibt es Aufzeichnungen, dass die Steine von Wardhouse zum Bau anderer Gebäude verwendet wurden. Heute stehen lediglich der große Wall sowie der trocken gelegte Flussgraben, welcher sich um das einstige Gelände der Burg herumzieht.

Bei Forschungsstudien zur Entstehung der Burg wurden Luftaufnahmen angefertigt. Diese zeigen, dass das Flussbett baulich verändert wurde. Dies war eventuell nötig, um den Wasserstand zu regulieren, oder den Fluss an sich zu verändern. Auch die Deiche, welche die Burg umgeben haben, wurden mit Steinen verändert. Bei Grabungen fand man auch heraus, dass die ursprüngliche Erdsubstanz auf der die Burg errichtet wurde eine sub-rechteckige Form aufweist, jedoch nur über eine Höhe von drei Metern verfügt. Weiterhin entdeckte man, dass die Ringgräben mit zwei tiefer gefurchten Ringgräben ergänzt waren. So ergab sich ein Gefälle im Fluss. Auch wollte man offenbar vermeiden, dass das Wasser unkontrolliert sickern konnte. An einigen Stellen wurden mit Stein ausgekleidete Rahmungen im Flussbett gefunden. Dies lässt darauf schließen, dass der Flussgraben mit Steinen ausgekleidet war. Somit war der Graben offenbar ein mit Kopfsteinpflaster ausgelegtes Flussbett.

Man fand dort auch mittelalterliche Krugscherben, Keramikfragemente sowie einen Ritters Krug in Stücken. Im Inneren der Burg fand man eine drei Quadratmeter große Fläche, welche ebenfalls mit Kopfsteinpflaster belegt war. Dies muss der Innenraum des Hofes gewesen sein. Für das späte Mittelalter typisch wurden damals Höfe und Wege bereits mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und befestigt. Dieser Teil der Ruine hatte wahrscheinlich nur deshalb überlebt, weil die damaligen Steine von Gebäuden für die Wiederverwendung interessanter waren als das verlegte Kopfsteinpflaster.

Die Forscher fanden auch tief in den Boden eingefräste Pfostenlöcher. Hier sollten mit sicherlich zwei größere Holzhäuser entstehen, oder die Pfosten waren ein Teil von zwei bestehenden Holzhäusern, welche ebenfalls den Abrissarbeiten zum Opfer fielen. Um die Burg herum verlief eine etwa 30 Meter lange Schwelle, diese sollte die Burg maßgeblich vor Wasser und ansteigenden Fluten schützen.

Im Burginneren fand man ebenfalls Holzstrukturen, welche darauf hinweisen, dass hier ein Turmeingang, mit darauf befindlichem Turm gestanden haben muss. Dennoch wurde auf dem gesamten Gelände keine Spur einer möglicherweise existierenden mittelalterlichen Ringmauer gefunden. Man geht also heute davon aus, dass die Verteidigung der Anlage bis zum 17. Jahrhundert per Erdverteidigung erfolgte. Zum 17. Jahrhundert gab man die Burg schließlich auf und sie fing an zu zerfallen. Alles was soweit gebraucht wurde und noch nutzbar war, wurde dann aus dem Gelände entfernt.

Durch die starken Abtragungen der Gebäude besteht heute von dem einstigen Wasserschloss noch der grüne Hügel, welcher sich oval und Rund erstreckt. Auch die Abmessungen der Burg sind noch zu sehen. Die äußeren Verteidigungsanlagen sind heute nicht mehr sichtbar, jedoch wurden Überreste bei langen Ausgrabungen gefunden. Auch diese Überreste zeugen davon, dass hier kein klassischer Verteidigungswall bestanden hat, sondern es handelt sich hierbei um Verteidigungsanlagen von Bodentruppen.

هناك تعليقان (2):

  1. 31. Mai Dezember hat die Ende der Leiden und der Anfang Ihrer Freuden 1. Januar 2014 sein . Frohes Neues Jahr.


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  2. Geez, that's unleibevable. Kudos and such.

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